Als Hannah Modigh drei Jahre alt war, zog ihre Familie für etwa vier Jahre nach Indien. Während ihre Eltern arbeiteten, kümmerte sich eine Frau namens Sivagami um sie und ihre Schwestern. Eine Zeit lang wurde Sivagami Teil ihrer Familie, hatte jedoch kein Recht, etwas zu verlangen. Sie war von den Modighs abhängig, so wie diese von ihr. Als die Familie Modigh nach Schweden zurückkehrte, weinte Sivagami. Als Kind dachte Hannah, ihre Tränen rührten vom Weggang der Familie her, doch vielleicht spiegelten sie ihre eigene ungewisse Zukunft wider. In ihrem Werk „Searching for Sivagami“ kehrt Hannah Modigh nach Indien zurück und versucht, Sivagami nach 30 Jahren wiederzufinden. Diese emotionale und physische Reise führte Hannah dazu, Straßen und Orte anhand von Erinnerungen und Sinneserfahrungen zu verfolgen. Sie suchte nach Frauen, die Sivagami ähnelten – nicht so sehr im Aussehen, sondern in ihren Kämpfen – und ähnliche Hintergründe und Leben teilten. Hannah besuchte Orte, an denen sie möglicherweise gewesen war oder durch die sie möglicherweise gegangen war, darunter die Gegend, in der sie früher lebte, und die Strände, die sie gemeinsam besucht hatten. Indem sie andere Frauen fotografiert, um Sivagami und sich selbst darzustellen, reflektiert Modigh den Verlust, den sie empfand, und sucht nach Spuren einer Beziehung.
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